Berichte

Der Weg durch den Rosenbogen

Einschulung 2017

Es war eine harmonische, schöne Feier.
Strahlende Kinder- und Erwachsenenaugen.
Manchmal wehte ein kleiner Hauch Wehmut
durch den Raum, weil nun doch endgültig etwas zu Ende ging. 
Aber die Freude auf und über das Neue, Zukünftige war groß.

Alle gingen sie freudig durch den herrlich geschmückten Rosenbogen um von ihrer lieben Lehrerin, Sibylle Schwalb herzlich begrüßt und in die Schulgemeinschaft aufgenommen zu werden - unsere Erstklässler: Lina Herchenröder, Leyla Kekec, Gernot Rauch, Madeleine Reineker, Raphael Scheller, Olga Simonova, Paula-Marie Uhrebein, Samu Veit.

Hinter Sibylle Schwalb standen die SchülerInnen der 2. Klasse, die mit den Erstklässlern eine Gemeinschaft bilden sowie die Paten der 7. Klasse.

Die Erstklässler lauschten dem ersten Teil des Märchens, welches ihnen ihre Lehrerin erzählte und gingen dann gemeinsam mit ihren PateInnen und ihrer Lehrerin zur Schule, um in ihrem Klassenzimmer die erste Schulstunde zu haben und das Märchen zu Ende zu hören. Mit dabei war auch Sevda Garayeva, die in der Klasse als Schulbegleiterin mitwirken wird.

Der Zauber dieser kleinen, feinen Einschulungsfeier im Saal der Sprachheilschule konnte sich durch die gute Vorbereitung und Zusammenarbeit der Verantwortlichen ausbreiten.

Unser Schulorchester ließ am Anfang und Ende ihre beidenSchul“hymnen“ meisterlich erklingen. Isabelle Eklund, die Klassenlehrerin der 7. Klasse, die Patenklasse der Erstklässler, führte warm und klar durch das Programm.

Die Leiterin der Sprachheilschule „lies sich die Feier nicht entgehen, denn unsere Einschulungsfeiern seien besonders“, wie sie mir mitteilte, als ich mich für die Überlassung des Raumes bedankte. 

Danke allen, die sich für das Gelingen engagiert haben. Danke Wolfram Müller-Tacke für das Schmücken des Rosenbogens, Familie Volz für den Blumenschmuck und Nicole Gabrysch für Organisation und Fotografieren.

 

Richtig viele Leute… und in der Mehrzahl keine „Waldis“

Mensch und Maschine hieß die Veranstaltung am 22. März 2017 mit Roman Huber, zu der Markus Stettner-Ruff namens des Veranstaltungskreises viele, viele interessierte Menschen begrüßen konnte. Die Fremdsprachen-Werkstatt war gerammelt voll.

Und das Besondere, es waren in der Mehrzahl Menschen von „Außen“, manche waren zum ersten Mal an der Freien Waldorfschule Crailsheim. Und der Besuch hat sich gelohnt: Ein spannender Abend mit einem tollen Referenten und einer engagierten Aussprache. Der ganze, im Hohenloher Tagblatt erschienene Bericht findet sich auf unserer Presseseite.

 

Bericht für das Hohenloher Tagblatt, KW9/2017:

Interessiert Ihr Euch für Politik!

MdL Jutta Niemann (Die GRÜNEN) besuchte die  Freie Waldorfschule Crailsheim

In den letzten Tagen stattete Jutta Niemann, seit dieser Legislaturperiode Landtagsabgeordnete der Grünen für den Landkreis Schwäbisch Hall, der Freien Waldorfschule Crailsheim einen Besuch ab.

Foto: FWS Crailsheim; abgebildet: Bernd Rupp (Vorstand); Holger Schilling (Technische Geschäftsführung); Jutta Niemann (MdL); Christian Pauli (Oberstufenlehrer); Markus Stettner-Ruff (Pädagogischer Geschäftsführer); Wolfgang Hermann-Kautter (Außerschulisches Lernen OS, Musik, ehemaliger Geschäftsführer)

Die Verantwortlichen des Vereins Waldorfpädagogik Crailsheim zeigten ihr in einem kleinen Rundgang das Areal, in dem sich Kinderkrippe, Kindergarten und Schule befinden, und die jeweiligen MitarbeiterInnen führten sie praktisch vor Ort in die pädagogischen Konzepte ein. Jutta Niemann hatte für ihren Besuch einen besonderen Tag erwischt, denn es wurde am letzten Schultag vor den Winterferien Fasching gefeiert. So dass sie z.B. mit  Pippi Langstrumpf, einem Bettler und einem Zirkusdirektor in der Runde saß. Neben dem besonderen Oberstufenkonzept mit den LernWerkstätten, das am Beispiel eines vor kurzem stattgefundenen Politikprojektes, und der daraus entstandenen Wand“zeitungen“ im Flur der Oberstufe, veranschaulicht wurde, standen vor allem die Entwicklungen in der Unterstufe, der Klassen 1 - 3 im Mittelpunkt. Sarah Schenke und Björn Simon nahmen Jutta Niemann auf anschauliche Weise in die Prozesse des neuen Unterstufenkonzeptes, welches im Moment, Schritt für Schritt aus der täglichen Praxis heraus entwickelt und gestaltet wird, mit. So entstanden spannende, aufschlussreiche Gespräche.

Foto: FWS Crailsheim; von li. nach re.: Jutta Niemann (MdL); Christian Pauli (Oberstufenlehrer); Markus Stettner-Ruff (Pädagogischer Geschäftsführer)

Auf besonderen Wunsch von Jutta Niemann, begann der Besuch mit einem Gespräch mit OberstufenschülerInnen der Klassen 9 – 11, die „freiwillig“ länger geblieben waren, um sich mit der Politikerin auszutauschen. Jutta Niemann gelang es durch ihre offene, feinfühlige Art auf die jungen Menschen zu zugehen, dass diese sich öffneten und ehrlich über ihre, teils auch ganz persönlichen Gedanken, Gefühle und Sichtweisen zu politischen Fragen und ihrem eigenen Engagement zu äußern. Dabei ging es z.B. auch um die Frage ob es sinnvoll ist schon mit 16 Jahren wählen zu können. Sicher konnten viele Fragen nur angerissen werden, aber immerhin es war ein Anfang und die Jugendlichen fühlten sich ernst genommen.

 Bei einem Imbiss tauschen sich die VertreterInnen der Leitungsgremien von Vorstand und Leitungskonferenz dann über bildungspolitische Themen mit ihr aus. 

Lokalpolitisch stand für Vorstand Bernd Rupp die Verhandlungen mit der Stadt Crailsheim in Sachen Erbpachtvertrag zur Übernahme der Gebäude, um endlich aus dem Mietverhältnis, welches für eine aufbauende Schule in Freier Trägerschaft immer die Unsicherheit mit sich bringt, wie lange man in den Räumen bleiben kann und welche Investitionen sich überhaupt lohnen, im Mittelpunkt. Jutta Niemann die auch Kreisrätin und Stadträtin in Schw. Hall ist, bestärkte den Verein in einen offenen Dialog mit dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung einzutreten und um einen Anerkennung der seit elf Jahren geleisteten Bildungsarbeit in Form eines niedrigen Erbpachtzinses, zu ringen. In Schw. Hall wurde er vom Stadtrat inzwischen auf Null Euro gesenkt, weil durch alle Fraktionen hindurch der Mehrwert und die Attraktivität für das Bildungsangebot der Stadt, der durch die Freie Waldorfschule mit Kindergarten und Kinderkrippe entsteht, anerkannt wird. 

Landespolitisch stand die sogenannte Novellierung des Privatschulgesetztes und die ausreichende Finanzierung der Schulen in Freier Trägerschaft als wichtigstes Thema im Zentrum der Beratungen.

Denn am Do. 09. März findet unter dem Motto: KOPF HOCH! auf dem Schlossplatz in Stuttgart eine Kundgebung der Schulen in Freier Trägerschaft in Baden Württemberg statt, zu der zehntausende von BesucherInnen erwartet werden. Ziel ist es, dass, das lange versprochene vorläufige Verhandlungsergebnis, einer wenigstens 80%igen Basisfinanzierung der öffentlichen Schulen in Freier Trägerschaft, endlich verlässlich umgesetzt und gesetzlich verankert wird. Und es für die restlichen 20% weitere Unterstützungen gibt, damit das Grundsatzurteil, welches die Landesregierung auferlegt bis zum Sommer 2017, die Schulen in Freier Trägerschaft finanziell so auszustatten, dass sie die restlichen 20% der Finanzierung nicht gezwungen sind über Elternbeiträge und Einkommensverzicht der Pädagoginnen zu finanzieren. Das Gericht sieht darin eine „Sonderung“, die verhindert, dass alle Kinder die eine Schule in Freier Trägerschaft besuchen wollen, dies auch können. Diese müsse aufgehoben werden.

Jutta Niemann nahm aus dem Gespräch Anregungen der Crailsheimer und auch Haller Waldorfschule mit. Fabian Stoermer der Geschäftsführer der Schwäbisch Haller Waldorfschule und sein Kollege, Markus Stettner-Ruff aus Crailsheim stellten ihr die aktuellen Auswirkungen der jetzigen, unguten Situation anschaulich dar. Die Hoffnung, dass in den abschließenden Verhandlungen, die im Moment in Stuttgart laufen, zufriedenstellende Ergebnisse gefunden werden sind auf beiden Seiten groß. 

 

Link zu dem daraus entstandenen, am 04. März 2017 Online im Hohenloher Tagblatt erschienenen Artikel "Mit Pippi Langstrumpf in einer Runde"

 

Bericht für Stadtblatt Crailsheim:

SUCHEN UND FINDEN  - 10 Jahre Freie Waldorfschule Crailsheim

Öffentliche Geburtstagsfeier mit viel Musik

Wer hätte das gedacht: Schon ist ein ganzes Jahrzehnt vorüber und die Freie Waldorsfschule Crailsheim feierte an Johanni ihren 10. Geburtstag. 

Dieser erste runde Geburtstag der Schule zeugt vom Gestaltungswillen des Schulvereins und dem ehrenamtlichen Engagement der Eltern. Der gesamte Umbau der alten Gebäude zu Kindergarten und Schule wurde Zug um Zug, nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten, fast ausschließlich ehrenamtlich von Eltern und PädagogInnen geleistet. Eine beeindruckende gemeinwohlorientierten BürgerInnenInitiative, die nach so langen Jahren den Beweis ihrer Ernsthaftigkeit erbracht hat. Jedenfalls ist heute unumstritten, dass der Stadtteil ohne die Freie Waldorfschule mit ihrer Kinderkrippe und ihrem Kindergarten kaum noch denkbar wäre. Die öffentliche Schule in freier Trägerschaft  ist zu einem wesentlichen soziokulturellen Faktor geworden, eine Initiative auf die Crailsheim stolz sein kann und die Crailsheim als Bildungszentrum reicher und attraktiver macht. Über eine aktive Begleitung und Förderung dieser positiven Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf den  Ausbau der Oberstufe und der damit verbundenen räumlichen Notwendigkeiten sowie dem bevorstehenden Neubau eines Kindergartengebäudes durch die Kommune,  welches große vor dem gemeinnützigen Verein stehende Aufgaben sind, würden sich seine Mitglieder freuen.

 

 

 

 

 

Den Blick für einen Moment weiten

Für einen Moment  inne zu halten, den Blick zu weiten und diesen besonderen Weg und ersten großen Geburtstag, trotz all der vielen Aufgaben die noch vor der Schulgemeinschaft liegen, mit einem offenen Fest  in fröhlicher Atmosphäre zusammen mit Freunden, Nachbarn und allen Interessierten würdig zu begehen, war den Verantwortlichen wichtig. Und das ist vorzüglich gelungen.

Es war ein schönes, dem Anlass und der Situation angemessenes Fest, bei dem die Musik im Mittelpunkt stand. Eine eigentlich wunderbare Fügung für eine Schulinitiative, die vor zehn Jahren mit dem Wunsch gestartet war, als Schwerpunkt die musische Bildung zu kultivieren.

Standesgemäß eröffnete das Orchester der Schule in fulminanter Weise das Fest. Jedem ging das Herz auf, weil dieses Orchester wie kaum ein anderes Projekt, die Sinnhaftigkeit des zehnjährigen Waldorfschulprojektes in freier Trägerschaft  widerspiegelt.

Mit warmen, berührenden Worten begrüßte danach Vorstandsmitglied und Frau der ersten Stunde, Susanne Hammer die Festgemeinschaft und ließ, immer wieder auch selber tief berührt von dieser Geschichte, den Weg, den die Gemeinschaft aus SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in den letzten zehn Jahren gemeinsam gegangen ist, mittels kleinen Episoden und Berichten über Weggabelungen, lebendig werden. Natürlich, wie könnte es bei der „Seele“ der Schulgemeinschaft anders sein, verbunden mit tiefem Dank an die jeweiligen Menschen, die diesen Weg ermöglicht haben.

Danken und Wünschen

Ein wunderbares Grußwort von Fabian Stoermer, dem Geschäftsführer der Partnerschule in Schwäbisch Hall und ein kleines Podiumsgespräch mit Alina Häusslein (SchülerInnen), Brigitte Kubawara (Kollegium), Susanne Hammer (VS/LK), Wilhelm Volz (Elternrat/LK), zum Festmotto „Suchen und Finden“, bildeten den inhaltlichen Teil der Feier. Es gelangen Fabian Stoermer und der Podiumsrunde auf eine feine, authentische und tiefgründig-erfrischende Weise sich mit Rudolf Steiners Aussage „Jede Erziehung ist Selbsterziehung, und wir sind eigentlich als Lehrer und Erzieher nur die Umgebung des sich selbst erziehenden Kindes.“  in Verbindung mit dem Projekt Freie Waldorfschule Crailsheim und seiner aufregenden Geschichte und Zukunft zu beschäftigen.

Dem der Schule Danken und Wünschen  war der Schlussteil des Gesprächs gewidmet. Dieser öffnete sich dann in die Zuhörerschaft hinein, die mit berührenden Beiträgen, die oft die tiefgreifende, biografische Bedeutung der Schule für sich und ihre Kinder/Enkel mit ihrem Dank und ihren guten Wünschen ausdrückten. Es gab danach auch die Möglichkeit seine Wünsche und Danksagungen auf kleine Kärtchen zu schreiben, welche auf vorbereitete Wäscheleinen im Foyer der Schule aufgehängt wurden. 

Die Seelen der ZuhörerInnen zum Klingen bringen

Ein besonderer Moment der Feier war für alle das Konzert des Russischen Schulchores im Eurythmiesaal.  Mit seinen Liedern konnten die Sängerinnen, darunter viele MitarbeiterInnen des Vereins, die Vielfalt der russischen Seelen in ihrer vollen Tiefe, Höhe und Weite  zum Klingen bringen. Gleichzeitig konnte der Chor durch seine fast kindliche Freude an der russischen Heimat und seiner Lieder auch die Seelen seiner ZuhörerInnen zum Klingen bringen. SängerInnen wie ZuhörerInnen waren tief bereichert und erfüllt und der Chor bekam langanhaltenden Applaus.

Ein besonderes musikalisches Geschenk, welches schön in unsere Zeit und den Ort, an dem die Schule beheimatet ist passt, machte die Gruppe Amem-na mit Musik aus dem Morgen- und Abendland,  der Festgesellschaft. Refika Scheufele, Erich Lenz und Emanuel Anthropelos

nahmen ihre ZuhörerInnen mit auf eine Reise in die fernen Klänge und Rhythmen des Morgenlandes. Eine Musik, die sich an die Innerlichkeit der menschlichen Seele wendet und an vielen Stellen fast schon meditativen Charakter hatte und stark von der Improvisation der drei MusikerInnen lebte. Vor allem Refika Scheufeles Stimme, in die man sich hineinträumen konnte, ja fast „drauflegen“, führte einen in geheimnisvolle Innenräume ferner und doch heimlich vertrauter Welten. Orient und Occident fanden zusammen. Wie schön wäre es, wenn dies in unserer Welt auf anderen Ebenen heute gelingen könnte.

Wiederum ein schönes Symbol war für mich, dass Refika Scheufeles Mann Michael, Vorstandsmitglied des Vereins, die kleine Tochter auf dem Arm, die Gruppe seiner Frau ansagte.

Auch das Essen und Trinken durfte in Crailsheim natürlich nicht zu kurz kommen. Unter dem Motto „Teilen“ entstand eine reichhaltige Picknick-Tafel auf und neben der Schulwiese, zu der alle etwas beitrugen. Große und kleine Köstlichkeiten wurden bei Gesprächen in der Abendsonne genossen. 

Den Abschluss des Festes bildete das traditionelle Johannifeuer, das auf dem Gelände hinter der Schule zwischen Schulgarten und Kinderkrippe entzündet wurde und welches wir der technischen Geschäftsführer und Hausmeister, Holger Schilling zu verdanken hatten. Er schichtete das Holz mit ein paar Helfern zwei Tage vorher auf und entzündete es zusammen mit den Kindern. Die Kinder- und Elternschar war mit selbst hergestellten Fackeln und Liedern, die Hannelore Nawroth anleitete, von der Schule zum Feuerplatz gezogen.

 

 

 

Allen sei herzlich gedankt, die zum Gelingen des Geburtstagesfestes beigetragen haben.

 

Auf der Internetseite der Schule finden sich verschiedene Zeitungsberichte und Fotos von Fest:

www.waldorfschule-crailsheim.de/index.php?id=presse

Markus Stettner-Ruff

 

Eine menschenfreundliche Atmosphäre

7. Informations- und Aktionstag des Netzwerkes Waldorfpädagogik in Hohenlohe und Westmittelfranken in Crailsheim

Damit die Öffentlichkeit erleben kann, wie Waldorfpädagogik im Schulalltag aussieht, veranstaltete das Netzwerk für Waldorfpädagogik in Hohenlohe und Westmittelfranken zum 7. Mal seinen Aktionstag in der Freien Waldorfschule in Crailsheim, an dem interessierte Eltern der Netzwerk-Region, insbesondere natürlich aus Crailsheim und Umgebung, in großer Zahl teilnahmen.

Der zur Tradition gewordene Aktionstag, der abwechselnd an den Freien Waldorfschulen in Crailsheim und Schwäbisch Hall stattfindet, bietet der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit, Waldorfschule hautnah in der Praxis zu erleben und sich intensiv und ernsthaft mit den sich daraus ergebenden Fragen vor Ort mit Eltern und PädagogInnen auseinander zu setzten. Von Mensch zu Mensch, auf Augenhöhe, in einer Erziehungspartnerschaft zwischen ErzieherInnen, LehrerInnen und Eltern. 

Fragen, die sich aus dem praktischen Erleben ergeben, offen und frei diskutieren
Die verschiedenen Angebote des Kollegiums am Vor- und Nachmittag beeindruckten die BesucherInnen und ermöglichten unmittelbare Einblicke in die Waldorfpädagogik, ihre Grundlagen und Intentionen. Einführung ins Schreiben, Rhythmisches Unterrichten, Musik an der Waldorfschule, Projektive Geometrie in der Oberstufe, das waren die vier Unterrichteinblicke am Vormittag. Kleine Workshops zum Mitmachen gab es am Nachmittag zum Deutsch- und Kunstunterricht der Oberstufe, zum handwerklich-künstlerischen Unterricht und schließlich zur Eurythmie, einem Bewegungsfach, das es nur in der Waldorfschule gibt. 

Bei einem Podiumsgespräch mit ElternvertreterInnen und LehrerInnen in der Schulmensa, nach dem alle das köstliche Mittagsmahl der Küchenfeen genossen hatten, sowie in den Gesprächsrunden mit Crailsheimer Schuleltern am Ende des Aktionstages, wurden vertiefende Fragen, auch kritische, die sich aus dem Erlebten ergeben hatten oder die mitgebracht wurden, gestellt und offen und frei diskutiert.

Beziehungsqualität praktisch erleben
Die Beziehungsqualität ist, wie beim Kind, auch bei den Eltern der entscheidende Faktor für eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Durch die große Anzahl von PädagogInnen, die an ihrem „freien“ Tag die Klassenzimmertüren weit öffneten und wie die vielen engagierten Waldorfeltern für Begegnungen mit den BesucherInnen zur Verfügung standen, wurde dieser Anspruch praktisch erlebbar.

Eine Mutter formulierte ihre Eindrücke so:

„Bei der Schulführung schlüpften wir in beispielhaften Unterrichtseinheiten in die Rolle der Schüler und durften fasziniert erleben, wie inspirierend und begeisternd Lernen in dieser besonderen Unterrichtsstruktur und in dieser ansprechenden Lernumgebung ist. Besonders beeindruckend wurde vermittelt, dass sich Unterrichtsinhalte und Methoden an den Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen orientieren.

Gegenüber dem in unserem öffentlichen Bildungssystem immer noch vorherrschenden Prinzip der Leistungsorientierung durch Noten und Selektion und der damit verbundenen Auslese der Kinder, empfinde ich die 12 Jahre dauernde  Lern- und Lebensgemeinschaft der Waldorfschule als wohltuend.

In dieser menschenfreundlichen Atmosphäre können kognitive, künstlerische, praktische und soziale Fähigkeiten gleichermaßen ausgebildet werden.

Nach einem erlebnisreichen Tag blieb bei uns das Gefühl, etwas sehr Wertvolles erfahren zu haben und der Wunsch danach, dass unsere Kinder solch eine Schulbildung erleben dürfen.“

Crailsheimer GemeinderatsvertreterInnen aller Fraktionen zu Gast
Parallel zum Aktionstag waren GemeinderatsvertreterInnen aller im Crailsheimer Stadtrat vertretenen Fraktionen auf Einladung des Vorstands der Crailsheimer Waldorfschule zu Gast. Die Vereinsvertreter
der Schule führten sie durch die Räumlichkeiten der ehemals militärisch genutzten Räumlichkeiten und berichteten anschaulich über die nun 10- jährige Schulentwicklung und die damit verbundenen baulichen
Veränderungen. Die GemeinderätInnen waren beeindruckt vom Gestaltungswillen des Schulvereins und dem ehrenamtlichen Engagement der Eltern. Der gesamte Umbau der alten Gebäude zu Kindergarten und Schule wurde Zug um Zug, nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten, fast ausschließlich ehrenamtlich von Eltern und PädagogInnen geleistet. Eine beeindruckende gemeinwohlorientierte BürgerInnenInitiative, die nach so langen Jahren den Beweis ihrer Ernsthaftigkeit erbracht hat und eine stärkere, auch finanzielle Unterstützung der Kommune verdient hätte. Jedenfalls ist heute unumstritten, dass der Stadtteil ohne die Freie Waldorfschule mit ihrer Kinderkrippe und ihrem Kindergarten kaum noch denkbar wäre. Sie ist zu einem wesentlichen soziokulturellen Faktor geworden, auf die Crailsheim stolz sein kann und die Crailsheim als Bildungszentrum reicher und attraktiver macht. Über eine aktive Begleitung und Förderung dieser positiven Entwicklung, insbesondere im Hinblick auf den  Ausbau der Oberstufe und der damit verbundenen räumlichen Notwendigkeiten sowie dem Neubau eines Kindergartengebäudes, durch die Kommune, würde sich der Vorstand freuen.

Markus Stettner-Ruff

(Weitere Fotos vom Aktionstag finden Sie auf der Fotogalerieseite der Schule)

Das Theaterspiel der 8. Klasse- ein pädagogisches Plädoyer – November 2015

In den letzten Wochen herrschte wieder einmal der jährliche Ausnahmezustand in der 8. Jahrgangsstufe. Zum dritten Mal an unserer jungen Schule wurde ein Stück inszeniert – dieses Mal die Kriminalkomödie „Zum Teufel mit den Geistern“ von Herrn Helfrich.

Bühnenbild
Was rechtfertigt eigentlich den Aufwand einer solchen Arbeit? Warum macht man das an den Waldorfschulen? Darf man den Jugendlichen ein Driften in das kreative Chaos mit ungewissem Ausgang überhaupt erlauben? Und dann die Überstunden, Vertretungen, ausgefallener Fachunterricht, zusätzliche Einsätze der Eltern und, und, und!
Bei der Auswahl des Stückes herrscht Freiheit und Mitspracherecht. Jede Klasse wählt aus allen möglichen Optionen die beste, die passendste oder die Inspiration schlechthin aus. Dass man dabei bewusst und betont liest, merkt man fast nicht, weil der Spannungsbogen bereits straff ist. Wenn Rollen charakterisiert und das Typische, das Eigentümliche einer anderen Persönlichkeit heraus modelliert wird, vergleicht man es mit dem eigenen Menschsein. Dadurch geschieht Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich und der seelische Horizont wird erweitert.
Bei der gemeinsamen Rollenverteilung treffen die SchülerInnen oft erstaunlich exakt den Nagel auf den Kopf. Aber es gibt auch kein Kneifen vor dem Konflikt: Eine Ruhige wird plötzlich laut, ein Anständiger kriminell, eine Reine schmutzig, ein Schöner hässlich!
Beginnt hier zum ersten Mal eine Auseinandersetzung mit den Abgründen, dem Schatten der eigenen Persönlichkeit? Ist „Theater“ eine Antwort, eine Lösung für die Risse, die die heile, geborgene Welt der Kindheit ohnehin bereits bekommen hat? Darf ich persönliche Veränderungen in so bedeutsamer, öffentlicher Atmosphäre wie auf der Bühne, in einer so unwichtigen Situation eines kleinen, lächerlichen 8. -Klass–Spieles, chaotisch und dennoch geformt ausprobieren? Bietet dieser Weg die Chance eines heilsamen Befreiungsprozesses?
Mut, nur Mut, heißt die pädagogische Devise!
Aber dann ist da auch noch das Soziale, das Miteinander der Theatergruppe. Der Klassenlehrer als Regisseur gibt lästige pädagogische Interventionen teilweise aus der Hand. Wenn ein Schauspieler seinen Text nicht ausreichend lernt, lässt er die anderen im Regen stehen und bekommt entsprechendes Feedback. Wenn ein Handgriff, eine Aktion auf oder hinter der Bühne nicht ausgeführt wird, kann eine ganze Szene platzen. Wir erleben uns als aufeinander Angewiesene, als Mitglieder eines Teams.
Freilich freut der Applaus und das Lob nach einer gelungenen Aufführung! Auch die Befriedigung persönlicher Eitelkeit ist zu verzeihen und menschlich.
Eigenartig, freut sich die 8. Klasse nach Abschluss des Stückes wieder ganz normal im Unterricht zu sitzen?!

F. Mayer, Klassenlehrer

(Siehe dazu auch die Fotogalerieseite der Schule)

 

Laternenlaufen mit dem Kindergarten

(von Nicole Schäfer, Mutter)

Freuen aufs LaternenlaufenIch holte Paul am 11.11. mittags vom Kindergarten ab und er meinte völlig betrübt und motzend, dass er jetzt den ganzen Nachmittag noch spielen muss. Da war ich sehr erstaunt und fragte ihn was los sei? Na ganz klar! Dass es eben nicht gleich zum Laternenlaufen geht und man schauen kann ob jemand in die Zwergenhäuser eingezogen ist, sondern noch soooo lange warten muss.

Da hätte ich wirklich auch selber drauf kommen können.

Die Vorfreude war sehr groß!

Wir backten noch Martinsbrötchen zum mitbringen und teilen und dann endlich war es soweit.

In der Dämmerung trafen wir uns auf dem gewohnten Burgbergparkplatz, begrüßten uns, freuten uns und entzündeten die schönen selbstgemachten Laternen.

Ein großer Umzug waren wir!

Wir sangen mit mehr oder weniger Text natürlich das St. Martinslied und viele mittlerweile bekannte Laternenlieder.

Kurz bevor wir in den Wald kamen war schon der erste Stern zu sehen. Und dann endlich endlich kamen wir zu den Zwergenhäusern. Überall brannten Kerzen im Wald und die Suche begann – welches war mein Haus?? Und sitzt tatsächlich ein Zwerglein drin ? Ja!! In manchen Häusern sogar zwei! Manche Zwerge wohnten auch ganz nah beieinander und es sah fast aus wie eine Reihenhaussiedlung. So schön, man konnte gar nicht genug bekommen.

Gruppe Laternenläufer

Wir haben es noch gar nicht ganz rum geschafft, da kam der Aufruf für den Heimweg. Singend und freudig und glücklich erfüllt. Unter vielen Sternen nun.

Im großen Kreis sangen wir noch einmal gemeinsam, bevor jeder warmen Punsch bekam und die Kinder mit den Großen ihre Brötchen teilen durften.

Dort oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir....und nicht nur die Laternen, sondern auch viele strahlende Kinder- und auch Erwachsenenaugen...

 

( Siehe auch die Fotogalerieseite beim Kindergarten )

 

Geländelauf in Rot am See

(Oktober 2015 - Martina Welsch)

 

Auch in diesem Schuljahr nahm unsere Schule mit diesmal 21 Schülern am Geländelauf in Rot am See teil.
Der begehrte Lauf, an dem alle Schulen aus dem Altkreis Crailsheim gegeneinander antreten,  fand in diesem Jahr zum 40. Mal in Folge statt.
Das Teilnehmerfeld war entsprechend groß. Jul Lührs gelang es, in seiner Altersklasse einen 2. Platz zu erlaufen.
Unsere Schule erreichte in der Gesamtbewertung einen hervorragenden 5. Platz.


Herzlichen Glückwunsch!!!

 

 

 

 

Klassenfahrt 2015 

So war es in den Alpen und in Venedig….. – September  2015

Am Sonntag, den 21.Juni starteten wir um 9.30 Uhr vom Crailsheimer Bahnhof nach Thusis in die Schweiz. Wir mussten in München und Zürich umsteigen.
Von einer Zugbrücke aus konnten wir den Rheinfall beobachten.
Herr Kautter fuhr unser Gepäck mit einem VW Bus nach Thusis und holte uns dort von der Bahn ab.
Wir wanderten zu unserem ersten Zeltplatz um dort unser Quartier zu beziehen.
Am Abend kochten wir eine Maultaschensuppe. Wir haben fast alle Lebensmittel im Bus mitgenommen, da die Schweiz sehr teuer ist.Hängebrücke
Am nächsten Morgen bauten wir die Zelte ab und wanderten los, durch die Viamala Schlucht bis nach Andeer. Wir erlebten einige Naturschönheiten und viele Hängebrücken galt es zu überqueren. Die Wanderungen machten Spaß, forderten aber auch einige Male ganz schöne Überwindung und Kraft.
Wir übernachteten fast nur auf Campingplätzen, außer in Innerferrara, dort mussten wir ein Massenlager im Keller beziehen. Alle mit Frau Welsch in einem Raum schlafen und ganz schön eng zusammenrutschen.
Wir blieben dort zwei Nächte und brachen von dort aus auf in das Hochgebirge. Wir wurden von freilaufenden Kühen begleitet und überquerten dann endlich die Baumgrenze. Ganz oben gab es ein Vesper und wir konnten  mit Plastiktüten Schlittenfahren. Es wurde schnell kalt und wir machten uns auf den Rückweg.
Kochen konnten wir in Innerferrara nur im Hof eines alten Schulhauses. Herr Mayer kochte gern und gut. Herr Kautter führte uns die Wanderwege vorne weg. Frau Welsch kümmerte sich um uns und alles drumherum.  Leider konnten wir nicht bis Italien laufen, das Geld würde uns in der Schweiz nicht reichen  und die Wege waren zum Teil nicht geräumt von den Geröllmassen. So kehrten wir zu unserem Campingplatz nach Thusis zurück um für unsere Jahresarbeiten zu üben. Herr Kautter fuhr von dort aus mit dem Zug zurück.
Wir brachen dann am Samstag auf um nach Venedig zu gelangen. Frau Welsch fuhr mit vier Schülern und dem VW Bus und wir anderen mit Herr Mayer und dem Postbus bis Belinzona. Erst dort konnten wir in einen Zug umsteigen. Wir brauchten nochmal  7 Stunden bis nach Venedig.
Wir trafen uns am Campingplatz Miramare in Porto Sabbioni. Genau gegenüber der wunderschönen Stadt Venedig. Dort blieben wir nun die restlichen Tage.
Wir trafen auf eine Waldorfschule aus Lichtenstein, die direkt neben uns campte. Die hatten ebenfalls das Stück“ Herr der Diebe“ als Klassenstück aufgeführt und suchten in Venedig dieselben Schauplätze wie wir.
Leider reisten sie schon am nächsten Tag ab, aber nicht ohne uns noch wertvolle Tipps und Essen dazulassen. Wir fuhren mit unseren Schiffskarten ( Vaparreto) alle Inseln an -  Burano, Murano, die Glasbläser Insel und Torcello.
Abends war es am schönsten in Venedig, die ganzen Touristen waren fast weg und wir konnten bei Vollmond die schöne Stadt genießen.

Venedig
Am Sonntag legten wir einen Badenachmittag am Meer ein. Wir konnten Krebse fangen, Wasserball spielen und uns sonnen.
Am Montag übten wir nochmals für die Jahresarbeit und am Abend genossen wir eine leckere Pizza. Insgesamt verbrachten wir fünf Nächte in Venedig bevor wir wieder alles zusammenpackten und mit dem Boot zum Bahnhof fuhren. Umsteigen mussten wir immer am Markusplatz.
Frau Welsch fuhr unser Gepäck mit dem VW Bus nach Crailsheim und Herr Mayer fuhr mit dem Zug mit.
Am Brenner gab es einen Lokschaden und wir hatte schon eine Stunde Verspätung.
In München wussten wir, dass kein Zug mehr nach Crailsheim fährt.
So war in Ulm nachts um 12 Uhr Schluss und nichts ging mehr. Vier Autos holten uns von dort ab. Wir lagen erst um 2 Uhr nachts am 2. Juli in unseren Betten.
Es war eine schöne Klassenfahrt, wir waren eine gute Gemeinschaft und bedanken uns bei allen Lehrern und Helfern.
          Die achte Klasse

(Siehe auch die Fotogalerieseite der Schule)

 

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