Berichte

Kleinkindbetreuung

Fast wie im heimischen Wohnzimmmer

Der Begriff „Waldorf“ gibt oft Anlass für Fragen wie „tanzen die ihren Namen“ oder „spielt ihr nur im Wald?“ Getanzt darf in der Waldorfkrippe Wurzelstube natürlich werden, doch machen die Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren noch mehr.

Schnell tapsen die kleinen Füße zu der Kugelbahn. Ob auch Tannenzapfen herunterrollen können? In der Spielküche bereiten fleißige Händchen einen Kastanieneintopf für die Puppen zu, während eine Erzieherin an der großen Küchenzeile mit dem Zubereiten des Mittagessens für die ein- bis dreijährigen Kinder beschäftigt ist.

Der Raum in der „Wurzelstube“ hat einen familiären „Wohnstubencharakter“, was sowohl den Mitarbeitern als auch den Eltern, die ihre Kleinsten vor dem Eintritt in den Kindergarten zur Krippe bringen, sehr gefällt. „Uns ist eine schön gestaltete und anregende Umgebung, in der sich das Kind eigenständig entwickeln kann, sehr wichtig“, sagt Brigitte Drexel, Leiterin der Waldorfkrippe. Jede der beiden Gruppen besteht aus maximal zehn Kindern, die von jeweils zwei Erzieherinnen und einer Praktikantin betreut werden. Regelmäßig können Anerkennungspraktikantinnen lernen, wie nach den Grundlagen Rudolf Steiners, Begründer der Anthroposophie, und Kinderärztin Emmi Piklers -sozusagen den „Eltern der Waldorfpädagogik“ - gearbeitet wird. 

Besonders ist, dass eine Bezugserzieherin ein Kind die komplette Krippenzeit über begleitet. Wenn ein Kind neu in die Krippe kommt, wird es während der Eingewöhnungszeit von einem Elternteil begleitet. Erst sitzen Mutter oder Vater beim Kind, nach einer Weile nur noch mit im Raum, aber in Sichtweite. Spielt das Kind schon gern mit seiner Bezugserzieherin und kommt langsam an, dann verlässt „Mama“ das Zimmer für ein paar Minuten, dann für eine Stunde, dann für die Zeit der Halbtagsbetreuung. „Die individuelle Eingewöhnung wird am Kind abgelesen“, erklärt Marion Koch, Erzieherin in der Wurzelstube. „Manchmal kann es etwas länger dauern, dafür ist das aber nachhaltig und schonender für die Entwicklung.“ Ein Kind müsse sich geschützt und geborgen fühlen, um sich frei entfalten zu können, wissen die Erzieherinnen.

Rhythmus und Rituale, ein strukturierter Tagesablauf mit einem gemeinsamen Frühstück, Mittagessen und Schlafzeit geben den Kindern Sicherheit und Halt. Die Pflege, also das Windelwechseln wird nicht als „Nebensache“ betrachtet, sondern als Zeit des intensiven Kontakts mit dem Kind, wobei großer Wert auf einen respektvollen und achtsamen Umgang gelegt wird. Die Spielzeiten mit Bewegung drinnen und draußen – nicht im Wald, aber im großen Garten - kommen natürlich auch nicht zu kurz. 

Weitere Infos unter:

Waldorf-Kinderkrippe "Wurzelstube"
Friedrich-Bergius-Straße 30
74564 Crailsheim

Telefon: 07951 / 9596829
e-Mail: wurzelstube (at) waldorfschule-crailsheim.de


 


 


 

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