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Ein kleiner Ersatz

Einen kleinen „Ersatz“ für die ausgefallene Veranstaltung am 16. März „Ask und Embla – Die Schöpfungsbäume Esche und Ulme“ ließ uns der Förster Jörg Brucklacher zukommen.

Jörg Brucklachers Grüße an die Baumfreunde

Liebe Baumfreunde,
die Zeit vergeht aber unberührt und vermutlich auch ungerührt von unserer aufgewühlten Seuchenlage wandern die Pflanzen des Waldes durch den Jahreslauf. Es ist wieder viel zu trocken, obwohl es noch nicht dramatisch ist, der Borkenkäfer nagt bereits und wir werden sehen, was das Jahr noch so alles mit sich bringt.

Ich habe mich entschlossen, Ihnen einen Strauß kleiner Waldgrüße zu schicken, das Leben drängt mit Macht aus den Knospen, und ich möchte Sie anregen, im Wald allein - da drängelt keiner - sich in die Büsche zu schlagen und einmal mehr vor allem auf die Details zu achten.

Unglaublich - 7 Blätter und 12 cm Trieb (puschelig wie ein Mauseschwänzchen) und noch kein Ende in Sicht, all das war in einer einzigen Buchenknospe verborgen.


 

Die Eschenknospen, im Winter das schwärzeste Schwarz, strecken sich nun, um bald die sehr vorsichtigen weil frostempfindlichen Blätter zu entlassen, und sie werden unter dem schwarzen Samt frühlingsgrün, bevor sie aufbrechen.


 

Der Faulbaum hat offene Knospen, nackt unter einer zimtfarbenen Pelzschicht überwintern die jungen Blätter, jetzt strecken auch sie sich und zeigen ihre charakteristische klare Zeichnung und Form.


Die Feldulme, im letzten Newsletter noch blühend, ist jetzt mit den Früchten fertig und befasst sich erst jetzt so langsam mit dem Austrieb der Blätter.


Die Kirschenblüte, bricht aus den kombinierten Knospen und die sie umhüllenden Blätter mit ihren Randzähnchen sehen aus wie kleine Monsterrachen, die die Blüte herausspeien.


Die Pappeln sprengen ihre klebrigen Knospen, Bienen sammeln das Harz für ihren Propolisvorrat, und die männlichen Pappeln bringen ihre roten Blütenpuschel hervor.


Der Gemeine Schneeball, eine verkannte, kaum wahrgenommene Heckenpflanze, öffnet seine Knospen in blossfeldtscher Strenge (im Zweifel mal googeln).


Der Schwarzdorn, keineswegs nur schwarz, verrauscht seine schneeweiße Blüte in einem braunen Dahinschwinden. Man muss auch unbedingt auf die Schönheit des Verblühten achten!


Dies noch viel mehr bei den Weidenkätzchen, deren zauberhafte Vielfalt in der Blüte immer wieder einen Blick aus der Nähe wert ist und die im Verblühen einen ganz eigenen Reiz gewinnen.




Nehmen Sie das als Frühjahrsgruß, und keine Angst, das mache ich jetzt nicht wöchentlich. Ich melde mich wieder, wenn ein Vortrag Mal stattfindet.

Herzliche Grüße,

Jörg Brucklacher

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