Presse

Links geht und rechts sät

Honhardt.  Gestern bestellten Landwirte und Verbraucher einen Acker in Honhardt - und setzten so ein Zeichen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft.

Bei jedem Schritt hängten sich dicke Erdklumpen an die Sohlen der Gummistiefel. Doch das hielt die Teilnehmer der Aktion "Zukunft säen", organisiert von den Honhardter Demeterhöfen in Zusammenarbeit mit dem Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe, dem Beratungsdienst Ökolandbau Schwäbisch Hall und Demeter Baden-Württemberg, nicht davon ab, das vorbereitete Getreidefeld zu bestellen.

Die fünfte Klasse der Waldorfschule Crailsheim, die die Patenschaft für das Weizenfeld übernommen hat, half bei der Aussaat tatkräftig mit. Links geht, rechts sät: Es war gar nicht so leicht, die Körner im richtigen Rhythmus zu werfen. Nicht zu hoch und nicht zu tief, so dass eine Mütze voll Weizen bis zum anderen Ende des Ackers ausreichte. Bei einigen Schülern war das Saatgut schon auf halbem Wege ausgesät. Ob die Aussaat trotzdem erfolgreich war, werden sie bei regelmäßigen Besuchen kontrollieren.

"Wir säen, was wir in Zukunft ernten und essen wollen", betonte Landwirt Martin Klopfer, "deshalb sind wir gegen jeden Anbau von genmanipulierten Pflanzen. Weder wir Bauern wollen sie, noch die Verbraucher." Das biodynamische Saatgut, das Klopfer auf seinem Acker aussäen ließ, stammte aus einer Getreidezüchtung, die auf die Entwicklung gesunder und robuster Sorten im Einklang mit der Natur setzt.

"Das Saatgut ist die Quelle allen Wachsens", bekräftigte Rainer Hofmann vom Bündnis Gentechnikfreies Hohenlohe, "darin steckt so viel Wissen und eine jahrhundertealte Kultur, das darf man nicht aus der Hand geben." Mit dem Ausbringen des Saatguts aus der Hand darf dieser Entschluss durchaus wörtlich verstanden werden.


Tiefe Einblicke ermöglicht

Die Waldorfschule in Crailsheim stellt sich Eltern bei einem Aktionstag vor

Theoretische und praktische Einblicke in die Waldorf-Pädagogik waren kürzlich bei einem Aktionstag der Crailsheimer Waldorfschule möglich, der Eltern auch als Entscheidungshilfe dienen sollte. Eingeladen zu dem Aktionstag hatte das Waldorfnetzwerk Hohenlohe und Westmittelfranken. Über 50 Interessierte erfuhren letztlich, wie in einer Waldorfschule auf die Kinder eingegangen wird, wie Geschichte an die Kinder in welchem Alter herangebracht wird, wie in der Oberstufe naturwissenschaftlicher Unterricht gestaltet ist. Hierzu (weil die Crailsheimer Schule noch gar keine Oberstufenschüler unterrichtet) kam mit Dr. Richard Schmidt aus Schwäbisch Hall ein erfahrener Mann.

Bild: Hohenloher Tagblatt

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die „Crailsheimer Spezialitäten" - das Lama-Projekt (wobei die Kinder ganze Tage auf einem Hof verbringen und die Tiere selbst betreuen dürfen) und das Geigen-Projekt unter der Federführung von Wolfgang Hermann-Kautter.

Als besonders gelungen empfunden wurde die Vorstellung des Buchstaben-Schreibens durch Brigitte Kuwabara, in dem sie zuerst vier japanische Schriftzeichen an die Tafel schrieb. So konnten sich die anwesenden Eltern in die Situation der jungen Schüler hineinversetzen. Am Nachmittag erlebten die Gäste einzelne Unterrichtsstunden. Auch ein Gedankenaustausch zwischen den Interessierten und bereits erfahrenen Waldorfeltern stand auf dem Programm. Informiert wurde auch über Themen wie Elternbeiträge oder Busverbindungen. So verließen letztlich bereicherte Eltern und, ob des Interesses und der hervorragenden Stimmung, glückliche Crailsheimer Waldörfler die Räume in der Burgbergstraße und die Musikschule. Im kommenden Jahr wird es diesen Aktionstag wieder geben.

Home | Impressum | Verteilerliste